Terrazzo- und Estrich-Lexikon
Die Begriffe, die in Angeboten, Ausschreibungen und auf der Baustelle fallen – erklärt, ohne dass man dafür Estrichleger sein muss.
A
- Anhydritestrich
Estrich auf Calciumsulfatbasis. Schwindet kaum, erlaubt große fugenlose Felder und dünne Aufbauten, verträgt aber keine dauerhafte Feuchtigkeit.
- Aufheizprotokoll
Schriftlicher Nachweis über das Funktionsheizen eines Heizestrichs: Datum, Vorlauftemperatur und Raumtemperatur je Tag. Ohne dieses Protokoll übernimmt kein Bodenleger die Gewährleistung.
B
- Belegreife
Zustand, in dem die Restfeuchte eines Estrichs so weit gesunken ist, dass ein Belag schadenfrei verlegt werden kann. Nachgewiesen wird sie mit der CM-Messung, nicht mit dem Kalender.
- Bewegungsfuge
Fuge, die Bauteilbewegungen aufnimmt und durch den gesamten Bodenaufbau geführt werden muss. Wird sie überdeckt, reißt der Belag genau dort.
C
- CM-Messung
Calciumcarbid-Methode nach DIN 18560. Estrichmaterial aus dem Kern wird mit Calciumcarbid in einem Druckbehälter zur Reaktion gebracht; aus dem Gasdruck ergibt sich die Restfeuchte.
E
- Estrichgüte
Kennzeichnung der Festigkeit, etwa CT-C25-F4: Zementestrich mit 25 N/mm² Druck- und 4 N/mm² Biegezugfestigkeit. Sie steht in jeder ordentlichen Ausschreibung.
F
- Feldbegrenzungsfuge
Unterteilt große Estrichflächen, damit Schwindspannungen kontrolliert abgebaut werden. Bei Zementestrich alle 40 Quadratmeter üblich, bei Anhydrit deutlich seltener nötig.
- Fließestrich
Estrich in fließfähiger Konsistenz, der gepumpt wird und sich selbst nivelliert. Meist auf Calciumsulfatbasis, es gibt ihn aber auch als Zementestrich.
- Funktionsheizen
Erstes Aufheizen eines Heizestrichs zum Nachweis, dass Heizung und Estrich funktionieren. Nicht zu verwechseln mit dem Belegreifheizen, das dem Austrocknen dient.
G
- Graffito
Gravur- und Fräsarbeit in Stein, Terrazzo oder Beton. Von der Hausnummer über Schriftzüge bis zum eingelegten Wappen.
H
- Hartstoffeinstreuung
Mineralisches oder metallisches Korn, das frisch in frisch in die Estrichoberfläche eingerieben wird. Macht Industrieböden abriebfest.
I
- Intarsie
Eingelegtes Motiv im Terrazzo – aus Messingschienen, abweichender Körnung oder eingesetzten Feldern. Wird vor dem Einbringen positioniert.
R
- Randdämmstreifen
Trennt den schwimmenden Estrich von aufgehenden Bauteilen. Wird er zu früh abgeschnitten oder vergessen, entstehen Schallbrücken und Risse.
- Restfeuchte
Im Estrich verbliebenes Anmachwasser. Grenzwerte: Zementestrich 2,0 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung 1,8; Calciumsulfatestrich 0,5 beziehungsweise 0,3.
S
- Schüsselung
Hochstehende Ränder eines Estrichfelds, entstanden durch ungleichmäßiges Trocknen. Häufigste Ursache: zu frühes Lüften und Zugluft.
- Sichtestrich
Estrich, der ohne Belag sichtbar bleibt und geschliffen wird. Muss von Anfang an dafür eingebracht werden, weil Nachbehandlung und Abziehen anders ablaufen.
- Sinterschicht
Dünne, dichte Schicht an der Oberfläche von Calciumsulfatestrich. Muss vor dem Belegen angeschliffen und abgesaugt werden, sonst haftet nichts zuverlässig.
T
- Terrazzo
Bodenbelag aus Gesteinskörnung in einem Bindemittel, vor Ort eingebracht, ausgehärtet, geschliffen und poliert. Fugenlos, individuell in Farbe und Körnung, praktisch unbegrenzt haltbar.
- Trennlage
Aufbau, bei dem der Estrich vom Untergrund getrennt, aber nicht gedämmt wird. Braucht weniger Höhe als der schwimmende Aufbau und trägt mehr.
V
- Verbundestrich
Estrich, der schubfest mit dem Untergrund verbunden ist. Höchste Belastbarkeit bei geringster Aufbauhöhe, aber ohne Schall- und Wärmedämmung.
Z
- Zementestrich
Estrich mit Zement als Bindemittel. Feuchtraumtauglich, hoch belastbar, auch außen einsetzbar, dafür langsamer in der Trocknung.
- Zuschlag
Gesteinskörnung im Estrich oder Terrazzo. Beim Terrazzo entscheidet sie über das Aussehen: Marmor, Granit, Basalt oder Glas, fein bis grob.
